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Bio-Weingüter und minimale Eingriffe auf Zypern

Zypern ist ein leichterer Ort, Trauben ohne Chemie zu erzeugen, als die meisten in Europa — aus Gründen, die nichts mit Mode zu tun haben. Ob man das in der Flasche schmeckt, ist eine andere Frage, aber die Bedingungen sind ungewöhnlich günstig und immer mehr Erzeuger arbeiten so.

Warum die Insel dafür taugt

Pilzkrankheiten treiben in den meisten Weinbergen das Spritzen an, und sie brauchen Feuchtigkeit. Ein zyprischer Sommer ist lang, heiß und trocken, weshalb der Druck, der in Bordeaux oder am Rhein zu wiederholten Behandlungen zwingt, hier schlicht nicht in gleicher Weise besteht. Die Höhe fügt kühle Nächte hinzu, ohne Feuchte hinzuzufügen.

Dazu kommt die Reblaus-Geschichte. Die Laus, die Europas Weinberge im 19. Jahrhundert zerstörte, erreichte Zypern nie, sodass die Reben hier wurzelecht stehen statt auf amerikanischer Unterlage. Das ist für sich noch kein Biolandbau, bedeutet aber, dass alte Anlagen überlebt haben, die anderswo gerodet wurden.

Wer so arbeitet

Zu den Erzeugern, die ihre Arbeit als biologisch beschreiben, zählen Tsangarides im Bezirk Paphos, Zenon im Troodos — elf Hektar biologisch bewirtschaftet und mit Solarstrom betrieben — Spilia Bio hoch in den Bergen, das Klosterweingut Agios Serafim im Solea-Tal, Mystes in Pano Archimandrita, Dafermou oberhalb des Lefkara-Tals und I.M. Gaia in Agios Amvrosios.

Ekfraseis an den Südhängen des Madari, G. Theophanous oberhalb von Pissouri und Rodothea in den Hügeln bei Nikosia bezeichnen ihren Weinbau als nachhaltig. Symeon, 2023 gegründet, arbeitet im Keller mit minimalen Eingriffen.

Was die Wörter bedeuten und was nicht

Das sind die Selbstbeschreibungen der Weingüter, keine von diesem Verzeichnis geprüften Zertifikate. Der Unterschied zählt, denn nur eines dieser Wörter benennt ein reguliertes System: Die EU-Bio-Zertifizierung ist ein formaler, auditierter Standard. Nachhaltig und eingriffsarm sind es nicht — sie sind ehrliche Absichtserklärungen ohne Stelle dahinter.

Leer macht sie das nicht. Wer Ihnen sagt, biologisch zu arbeiten, ohne zertifiziert zu sein, trifft meist eine Kostenentscheidung über Papierkram, nicht eine Behauptung ohne Grundlage. Es lohnt aber zu wissen, welches Wort ein Zertifikat trägt und welches ein Versprechen.

Wonach man fragen sollte

Zertifiziert oder praktizierend, und falls praktizierend, warum nicht zertifiziert — die Antwort ist meist interessant und dreht sich oft um die Kosten eines Audits für einen sehr kleinen Betrieb.

Schwefel ist die zweite Frage. Die Bio-Zertifizierung regelt den Weinberg weit strenger als den Keller, sodass ein biologisch erzeugter Wein konventionell ausgebaut sein kann. Wenn Sie schwefelarme Weinbereitung suchen, fragen Sie nach dem Keller, nicht nach dem Feld.

Zugehörige Weingüter

Kontaktdaten und Standort finden Sie jeweils auf der Seite des Weinguts.

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